Am Schwarzen Meer

von Esra Canpalat

Das Meer ist wahnsinnig geworden
Zerkratzt stehe ich da und schreie
Dem Schaum entgegen
In der Hoffnung, dass sie Wellen schlagen
Zu euch im Westen
Beugt eure Köpfe nicht!

 Ein Quallenkopf von Stirn
Ein schmolllippiger Arsch
Stoppel wie Furchen in Gras,
Sein Gesicht,
Das nichts als barocke Strenge hat
Wie kann man ihn nicht lieben?,
Schreien sie, ihm Luftküsse zuwerfend,
Ich frage: Wie kann man sich da noch selbst lieben,
wenn man seine Freiheit hasst?

 Der Sand ist stumm geworden
Ich stampfe so fest ich kann
Wirbel Staub um mich herum
In der Hoffnung, dass die Erde bebt
Bei euch im Westen
Beugt eure Köpfe niemals!

 Das Land, das ihr mal kanntet,
Ist längst versunken
Wie die trunkenen Schiffe
Im Meeresboden verschwunden,
Schreit diese Fischfratze
Wie kann man ihn nicht lieben?,
Schreien sie, auf seinen Straßen fahrend
Ich sage: Diese Straßen führen euch zwar sicher heim,
doch darauf schreitet auch der Widerstand.

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